Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung)

Der Begriff Arthroskopie setzt sich zusammen aus den beiden Bestandteilen „arthros" (Gelenk) und „skopein" (hineinschauen). Unter Kniearthroskopie versteht man aber nicht nur das Hineinschauen ins Kniegelenk, sondern vor allem das minimal-invasive operieren des verletzten oder verschlissenen Bestandteils des Gelenks.

Arthroskopie wird auch als Kniespiegelung bezeichnet. Die Untersuchung und Behandlung des Kniegelenks wird mittels spezieller, kleiner Instrumente vorgenommen. Die Arthroskopie des Knies weist zwei Besonderheiten auf: Zum einen werden Diagnostik und Behandlung oft in einem Arbeitsschritt durchgeführt, zum anderen sind hierfür nur ganz kleine Schnitte am Knie notwendig. Sowohl die Bild-Übertragungsgeräte aus dem Inneren des Knies wie auch die kleinen Instrumente werden dabei über eine bleistiftdicke Öffnung ins Knie hineingeschoben. Die winzigen Geräte erreichen jeden Winkel des Gelenks, ohne Strukturen zu verletzen.

Der Eingriff kann zwischen 20 und 60 Minuten dauern und wird in Vollnarkose oder in Teilbetäubung durchgeführt. Nach Abschluss der Operation werden die kleinen Wunden verschlossen und eine (Kühl-)manschette angelegt.

In diagnostischer Hinsicht verschafft die Arthroskopie des Knies endgültige Klarheit über den Zustand des Knorpels (Arthrose), des Meniskus sowie der Bänder. Der Arzt hat Kontakt mit dem untersuchten Gewebe und kann mit dem Tasthaken feststellen, ob der Knorpel hart oder weich und wie der Meniskus beschaffen ist. Nur die arthroskopische Untersuchung erlaubt solche Aussagen, während zum Vergleich die Kernspintomografie ausschließlich Bilder zum Betrachten liefert, die nicht im gleichen Maße Aussagen über die Beschaffenheit des Gewebes ermöglichen.

Mehrere Behandlungen sind mithilfe der Arthroskopie im Knie möglich: So werden etwa gerissene Kreuzbänder genäht, oder ersetzt. Im Rahmen einer Arthroskopie können auch ein Meniskusriss behandelt oder einzelne, lose Meniskusteile entfernt werden. Entnommen werden ggf. auch freie Knorpelstücke (Gelenkmaus). Außerdem kann im Rahmen der Arthroskopie ein aufgerauter Knorpel wieder geglättet werden. Schließlich eignet sich das arthroskopische Verfahren zum Durchspülen des Knies. Vor allem bei Arthrosepatienten verschafft dies nachweislich Linderung, da so unerwünschte Stoffwechselprodukte und Abriebpartikel aus dem Gelenk entfernt werden können.

Die Arthroskopie des Kniegelenks gilt als eine relativ schonende operative Methode. Das Knie kann normalerweise recht schnell wieder beansprucht werden. In der Regel müssen die Patienten nur kurze Zeit Gehstöcke verwenden, um ihre Knie zu entlasten.