Chondromalacia patellae

Vor allem heranwachsende Mädchen sind von Knieschmerzen betroffen, die durch eine Chondromalacia patellae ausgelöst werden.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Die Hormone, die zyklusabhängig im Körper zirkulieren, dehnen das Bindegewebe und machen es weicher. Das kann dazu führen, dass mit Beginn der Pubertät auch das weibliche Knorpelgewebe empfindlicher und angreifbarer wird. Die Folge kann ein Knorpelschaden der Kniescheibe sein. In der Medizin nennt man dieses Phänomen Chondromalacia patellae.

Im Gegensatz zu Jungen gibt es bei heranwachsenden Mädchen noch eine weitere Besonderheit: Während des Wachstums neigen sie eher zur Ausprägung leichter X-Beine. Hierdurch wird die Kniescheibe bei jeder Beugung weiter außen als sonst üblich geführt. Dies bringt eine einseitige Belastung und Abnutzung mit sich.

Die Betroffenen haben Knieschmerzen häufig beim Treppensteigen, Springen oder Laufen sowie beim Aufstehen nach langem Sitzen. Die Patientinnen haben den Eindruck, als wenn die Knieschmerzen am Gelenk von vorne nach hinten wandern. Häufig bemerken Arzt oder Patientin zusätzlich eine Konturabweichung des betroffenen Gelenks und einen Erguss mit dem Phänomen der „tanzenden Patella". Die Kniescheibe scheint auf dem Gelenkerguss zu schwimmen.

Der Arzt verschafft sich im Rahmen der Diagnose durch ein ausführliches Anamnese-Gespräch erste Klarheit über das Krankheitsbild. Ferner wird er durch genaues Abtasten des Knies sowie gegebenenfalls durch eine Kernspin-Aufnahme die Ursache der Knieschmerzen diagnostizieren können.

Die Behandlung der Chondromalacia patellae hat in den allermeisten Fällen konservativ – also ohne eine Operation – Erfolg . Sportlich aktive Patientinnen sollen zunächst den Trainingsumfang reduzieren. Eine Orthese kann während des Sports das Knie deutlich entlasten. Eine Orthese ist eine bewegliche Gelenkschiene, die das Knie abstützt und Bewegung erlaubt. Gleichzeitig werden die Knieschmerzen mediakmentös behandelt.

Patientinnen mit Chondromalacia patellae sollten Haltungen und Bewegungen vermeiden, die die Kniescheibe belasten. Hierzu zählen das Hocken auf den Knien sowie das schnelle Treppenheruntergehen.

Zur Herstellung einer optimalen muskulären Führung der Kniescheibe ist eine gezielte Physiotherapie angezeigt. Wichtig ist, dass vor allem ein bestimmter Oberschenkelmuskel, der Quadrizeps, gut trainiert wird. Auch sollten die Kniesehnen gestärkt werden.