Femoropatellares Schmerzsyndrom

Es sind meist Mädchen und junge Frauen, die über Knieschmerzen im vorderen Bereich der Knie klagen. Das Überraschende: Auf den Röntgenbildern deutet nichts auf krankhafte Veränderungen hin. Diese Fälle unspezifischer Beschwerden werden in der Medizin als femoropatellares Schmerzsyndrom bezeichnet.

In rund 80 Prozent aller Fälle reicht eine konservative, also nichtoperative Behandlung völlig aus. Die Behandlung kann mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen begonnen werden.

Mädchen und junge Frauen legen ganz eigene Verhaltensweisen an den Tag, die für das Knie in einem besonderen Maße belastend sind. Die Betroffenen sitzen zum Beispiel besonders gerne auf ihren Fersen – das macht kaum ein Junge so. Durch diese Haltung wird der Knorpel in besonderem Maße belastet. Dies gilt auch für den Schneidersitz. Viel entspannter für die Knie ist eine Sitzhaltung mit ausgestreckten Beinen. Wenn es unbedingt die Haltung in der Hocke sein soll, sorgt ein Kissen, das wie ein Keil zwischen Ober- und Unterschenkel geklemmt wird, für etwas Entlastung.

Auch in der Nacht nehmen die Betroffenen Haltungen ein, die für die Knie nicht gut sind: Sie schlafen besonders gerne in der Embryonalhaltung mit angezogenen Knien. Viel besser ist es dagegen, die Knie richtig auszustrecken.

Ein ganz wichtiger Bestandteil bei der Behandlung des femoropatellaren Schmerzsyndroms sind Übungen zur Stärkung der Oberschenkelmuskulatur. Hierdurch wird die Führung der Kniescheibe optimiert, wodurch häufig die Schmerzen deutlich nachlassen. Bei den Übungen kommt es darauf an, dass ein ganz besonderer Oberschenkelmuskel, der Vastus medialis, trainiert wird.

Mit Hilfe von Einlagen können die statische Probleme, wie sie häufig bei Schmerzen des Kniegelenks auftreten, gut behandelt werden. Einlagen sind heutzutage Hightech-Produkte, die mit Computerunterstützung angefertigt werden. Mit den Einlagen in den Schuhen laufen die Betroffenen einen kleines bisschen anders als sonst – doch das hilft oft schon sehr viel. Die Statik wird positiv beeinflusst und die Knie entlastet.

Ein bewussteres Gehen ermöglichen auch Schuhe mit gewinkelter Sohle. Die weiteren Elemente zur Behandlung des femoropatellaren Schmerzsyndroms sind die Magnetfeldtherapie und / oder eine medikamentöseTherapie.

Zeigt sich nach drei Monaten noch keine Besserung, muss mithilfe der Arthroskopie herausgefunden werden, ob es doch feststellbare Ursachen für die Beschwerden gibt. Der Arzt schaut dann ins Knie, woher die Schmerzen rühren, und er kann gleich die Behandlung durchführen.