Meniskusriss

Innenmeniskusriss und Außenmeniskusriss

Ein Meniskusriss kommt im Wesentlichen durch akute Verletzungen beim Sport oder durch chronischen Verschleiß zustande. Im ersten Fall ist es vielleicht der Zusammenprall mit dem Gegenspieler auf dem Fußballplatz, der den Meniskus reißen lässt.

Fußballspieler, die sich einen Meniskusriss zuziehen, berichten später davon, dass sie entweder im Zweikampf mit dem Gegenspieler aneinander geraten sind oder sich ohne Fremdeinwirkung ihr Knie verdreht haben und es „geknackt" hat. Manchmal ist dieses Knacken auch zu hören. Oft verspüren die Betroffenen einen starken Schmerz und können anschließend ihr Knie manchmal auch in ungewöhnliche Richtungen bewegen. Das liegt daran, dass ein Riss des Meniskus häufig einhergeht mit einem Riss der Bänder. Oft sind die Innenbänder und/oder das Kreuzband betroffen. Das Knie verliert seine zentrale Stabilisierung. So unpassend eine Mehrfachverletzung für den Betroffenen auf den ersten Blick ist, eine gute Nachricht gibt es dennoch für die Behandlung: Kommt auf einen Schlag ein Riss von Innenband, Kreuzband und Meniskus vor, können alle Drei während eines Termins bei einer einzigen minimal-invasiven Operation operiert werden.

Hat ein Sportler einen Meniskusriss erlitten, ist langes Warten völlig fehl am Platz. Je früher die Behandlung durchgeführt wird, desto größer sind die Chancen, ihn wieder zusammennähen zu können. Auf dem gerissenen Meniskus noch wochenlang herumzulaufen, ist dagegen wenig empfehlenswert. Zu groß ist die Gefahr, dass sich die Schädigung am Meniskus weiter auswächst. Außerdem: Ein Meniskusriss bedroht den Knorpel im Knie. Da der Meniskus aus härterem Gewebe besteht als der Knorpel, kann der Meniskus die wichtige und verletzliche Gleitschicht schwer beschädigen.

Für Sportler mit einem Meniskusriss gibt es nur Eines: das Knie durch einen Unterarmgehstock entlasten und ab zum Arzt. Dieser wird wahrscheinlich eine Kernspinuntersuchung durchführen, um sich letzte Klarheit zu verschaffen. Dann sollte umgehend ein Termin für eine minimal invasive arthroskopische OP vereinbart werden. Erst bei der arthroskopischen Untersuchung kann das genaue Ausmaß der Verletzung gesehen werden. Ein mit viel Energie abgerissener Meniskus weist klare Konturen auf, die sich während einer Operation meist sehr schön wieder nähen lassen.

Ganz anders dagegen verhält es sich mit einem Meniskusriss, der durch jahrelangen Verschleiß zustande kommt. Der Meniskus ähnelt der alten Lieblings-Jeans, die sehr häufig gewaschen wurde und nun dünne Stellen aufweist. Irgendwann reißt das Gewebe einfach auseinander – genau wie der Meniskus. Während man bei der Jeans den Verschleißprozess jedoch gut sehen kann, sendet ein degenerierender Meniskus keine Signale aus. Sogar bei einer Operation ist der Verschleiß nicht immer zu erkennen, weil der Meniskus von innen heraus mürbe wird. Erst Aufnahmen mit dem Kernspin bringen Klarheit.

Ein Innenmeniskusriss kommt häufiger vor als ein Außenmeniskusriss.

Wenn lappenförmig angerissene Meniskusteile im Gelenkspalt einklemmen, blockieren sie das Kniegelenk. Das Knie lässt sich nicht mehr beugen oder strecken, außerdem verursachen manche Bewegungen einen stechenden Knieschmerz. Oft schwillt das Knie aufgrund einer verstärkten Flüssigkeitsbildung an.

Die Symptome, mit denen sich ein Meniskusriss zeigt, sind meistens sehr wechselhaft. Zeiten mit starken Kniebeschwerden können sich ablösen mit Phasen wenig oder keinen Beschwerden. Doch diese Ruhe ist trügerisch. Oft genügt eine Beuge-Dreh-Bewegung, wie beim Aussteigen aus dem Auto, um die alten intensiven Knieschmerzen wieder auszulösen. Auch kann sich bei einer solchen Bewegung der abgelöste Meniskusteil einklemmen und das Knie blockieren.

In jedem Fall ist eine Therapie durch einen Arzt notwendig. Die große Mehrheit der Meniskusrisse heilt nicht von selbst. Zudem weiß man, dass ein geschädigter Meniskus auf Dauer eine Kniearthrose verursacht. Daher sind ein Gang zum Spezialisten und die richtige Therapie immer notwendig.
Ist der Meniskus durch Verschleiß gerissen, lässt sich nichts mehr nähen. Weil der Meniskus eine zentrale Stabilisierungsfunktion im Knie innehat, wird versucht, so viel wie möglich zu retten. Nur das absolut notwendige Maß an defektem Meniskus wird, ähnlich wie mit einem Fingernagelknipser, entfernt.

Sobald ein Meniskus durch einen Unfall, eine Sportverletzung oder durch Verschleiß so geschädigt ist, dass mehr als 25 - 30 Prozent entfernt werden müssen, kommt ein Ersatz in Frage. Umso größer der Anteil an verlorenem Mensiskusgewebe ist, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit mittel bis langfristig an Arthrose zu erkanken, weil die stabilisierende Funktion des Meniskus entfällt. Mit einem neuen Operationsverfahren ist Hilfe möglich.