Morbus Osgood-Schlatter

Knieschmerzen kommen auch bei Kindern und Jugendlichen vor. Hierzu zählt der Morbus Osgood-Schlatter.

Diese Erkrankung des Knies wird häufig ausgelöst durch zu hartes Training im Sport oder weil Kinder zu viel draußen herumrennen und toben. Auffallend ist, dass sich die jungen Patienten oft auf harten Böden wie Straßen und Gehwegen oder auf Hartplätzen in Sportstadien bewegt haben. Bewegung auf einem weicheren Untergrund wie Rasen oder Turnhallenböden verursacht offenbar seltener einen Morbus Osgood-Schlatter.

Die Erkrankung verdankt ihren Namen den beiden Entdeckern des Phänomens. Der amerikanische Orthopäde und Chirurg Robert B. Osgood und der Schweizer Mediziner Carl Schlatter veröffentlichten Berichte über das Phänomen zu Beginn des vorigen Jahrhunderts.

Bei Morbus Osgood-Schlatter ist der junge Körper Belastungen ausgesetzt, denen er noch nicht standhalten kann. Dabei kommt es zu einer Reizung des Schienbeins in der Wachstumszone, und zwar dort, wo die Kniescheibensehne ansetzt. Die Überreizung kann dazu führen, dass sich Knochenstücke aus dem Schienbein lösen und absterben.

Jungen zwischen zehn und 16 Jahren sind von Morbus Osgood-Schlatter am häufigsten betroffen. Knieschmerzen verspüren die Betroffenen bei Belastung, wenn sie den Oberschenkel anspannen oder wenn auf den Schienbeinansatz unterhalb der Kniescheibe gedrückt wird. Bei körperlicher Ruhe geht es den Patienten besser.

Als erste Selbsthilfe können Eltern vier Dinge tun: abwarten, beobachten, ihren Kindern ruhige Tätigkeiten verschreiben und ihnen gut zureden. Denn die Eltern haben die Statistik auf ihrer Seite: Die meisten Fälle von Morbus Osgood-Schlatter heilen von ganz alleine aus, wenn das Knie geschont wird.

Nach sechs Wochen sollte alles wieder im Lot sein. Ansonsten ist der Zeitpunkt gekommen, einen Sportarzt oder Orthopäden aufzusuchen.

Mithilfe von Röntgenaufnahmen oder der Magnetresonanztomografie verschafft sich der Spezialist Klarheit. Die bildgebenden Verfahren werden eingesetzt, um andere Knochenerkrankungen wie seltene, bösartige Tumore auszuschließen. Auch der Arzt wird in erster Linie empfehlen, auf sportliche Aktivitäten (Sportkarenz) sechs bis zwölf Wochen zu verzichten.