Patellaluxation

Beinahe ausschließlich Mädchen und junge Frauen sind von der Patellaluxation betroffen. So nennen das Mediziner, wenn die Kniescheibe aus ihrer Führung herausspringt – und wieder zurückschnalzt. Bei manchen Patientinnen geschieht die Kniescheiben-Verrenkung ein- oder mehrmals am Tag. Einen solchen Fall nennen Ärzte habituelle Patellaluxation.

Ursache für Patellaluxation

Die Ursachen hierfür liegen in den Besonderheiten des weiblichen Körpers: schwaches Muskelgewebe in Kombination mit einer Bindegewebsschwäche. Bei den Betroffenen kommt meist eine anatomische Besonderheit hinzu: Die Rinne, in der die Kniescheibe geführt wird, ist extrem flach. Das macht das Herausspringen leicht. Meistens gleitet die Kniescheibe aus der Führung, wenn die Patientinnen ihre Knie überstrecken.

Eine ständig herausspringende Kniescheibe kann großen Schaden anrichten. Die Kniescheibe reibt bei jedem Herausspringen ein bisschen Knorpel herunter und legt somit den Grundstein für eine spätere Arthrose. Außerdem können Haltebänder abgerissen werden, die für die Stabilität des Kniegelenks von großer Bedeutung sind.

Diagnose und Behandlung

Eine Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie) schafft Klarheit, ob und wie stark das Gelenk im Inneren durch die habituelle Patellaluxation beschädigt wurde.

Um eine dauerhafte Schädigung des Knies zu vermeiden, kommen Patientinnen mit ständig ausgerenkter Kniescheibe um einen kleinen operativen Eingriff nicht herum. Hierbei wird die Kniescheibe sozusagen „an die Leine gelegt". Eine Sehne aus der Kniekehle wird zwischen Kniescheibe und Oberschenkel befestigt und verhindert ein weiteres Herausspringen. Der Fachausdruck hierfür lautet MPFL-Rekonstruktion. MPFL steht für mediales patellofemorales Ligament: innenseitiges Kniescheibenoberschenkelband.

Wenn die Kniescheibe nur ab und zu herausspringt, können nichtoperative Maßnahmen Abhilfe schaffen. Isometrische Übungen stärken die Muskeln so, dass die Kniescheibe wieder wie gewünscht geführt wird.

Als Stabilisationsübung eignet sich der Einbeinstand bei leicht gebeugtem Knie, wobei Sie darauf achten sollten, dass Hüfte, Kniescheibe und großer Zeh in einer gedachten senkrechten Linie übereinanderstehen. Der Einbeinstand sollte über ca. 20 Sekunden gehalten werden, ohne dass die Kniescheibe wesentlich aus der senkrechten Linie zwischen Fuß und Hüfte abweicht.

Diese und andere isometrischen Halteübungen, die Ihnen ihr Arzt empfehlen kann, sollten mindestens zehnmal mit einigen Sekunden Pause wiederholt werden, um einen Trainingseffekt zu erzielen. Unterstützend kann von ihrem Arzt, oder Physiotherapeuten die Kniescheibe auch mit dem seit einigen Jahren erhältlichen Kinesiotape so fixiert werden, dass auch leichte sportliche Belastung gut möglich ist.